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Oberklassewagen: Kann ein Großer für Kleines gut gehen?

Den Oberklassewagen hängt nicht umsonst das Etikett „unerschwinglich“ an. Zumindest ist es nur wenigen Menschen privat möglich, sich ein Luxusauto zu kaufen. Dagegen ist der Anteil im Segment der Oberklassewagen, die gewerblich zugelassen sind, seit Jahren hoch. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2015 lag die Zahl bei 86,6 %, laut dem Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn diese Fahrzeuge kosten als Neufahrzeuge nicht selten das doppelte von dem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt eines deutschen Arbeitnehmers. Dieses lag nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes 2014 knapp über 42.000 Euro. Also warum nicht zu einem Gebrauchten greifen oder gar einen Oberklassewagen aus zweiter Hand kaufen?

Mercedes aus den 90ern und Porsche Cayenne für unter 10.000 Euro

Für unter 2000 Euro wird bereits die Mercedes-S-Klasse aus den 90ern angeboten und auch der Audi A8 wird für einen ähnlichen Kurs bereits angeboten. Sogar einen gebrauchten Porsche Cayenne kann der Autoliebhaber bereits für einen Preis von unter 10.000 Euro bekommen – so wird der große Auftritt sogar mit einem kleinen Geldbeutel bezahlbar. Dieser Gedanke ist doch sehr verlockend, wenn mit dem vorhandenen Budget kein sechs Jahre alter Gold angeschafft wird, sondern ein Luxusauto.

Selbst die Profis halten eine solche Idee keinesfalls für komplett falsch. So muss nach deren Ansicht nicht jedes Auto, das billig ist auch schlecht sein. Aber es gibt auch einen Einwand von Profiseite und diese beziehen sich auf die Instandhaltungskosten, denn diese bleiben auch bei einem gebrauchten Luxusfahrzeug auf Oberklasse-Niveau. Es ist nicht möglich, ein solches Fahrzeug mit einem Mittelklasse-Budget dauerhaft auf der Straße zu halten.

Die Elektronik ist oftmals ein Problem

Die Rechnung, die dahinter steckt, ist einfach: So kosten die Zündkerzen für einen Achtzylinder doppelt so viel, wie die für einen Vierzylinder. Da ein Oberklasse-Wagen schnell und schwer ist, sind viele der Komponenten größer und damit auch teurer dimensioniert. Bereits eine Inspektion kann an einem technisch aufwendigen Kfz einen vierstelligen Geldbetrag verschlingen. Dazu kommt, dass die älteren 300-PS Limousinen nicht gerade Spritsparwunder sind – eben dass alles kann sich zu einem schmerzhaft spürbaren Betrag summieren.

Damit hat sich der Traum vom Oberklasse-Fahrzeug ausgeträumt? Nein keinesfalls, denn man sollte sich das Fahrzeug einfach nur leisten können und wollen. Es wird von den Experten geraten, für den Kauf des Fahrzeugs nur soviel Geld auszugeben, dass der gleiche Betrag noch einmal in der Hinterhand liegt, falls eine Reparatur anfällt.

Ein weiterer Tipp, damit der Oberklassewagen aus zweiter Hand nicht zum Albtraum wird, ist, sich im Zweifel mit einer kleineren Motorisierung anfreunden und nicht auf den Zwölfzylinder zustürmen, der aufwendig zu reparieren ist. Zudem sollte noch auf ein paar Extras verzichtet werden, denn das was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen. Des Weiteren sollte ein Modell gewählt werden, dass häufig gebaut wurde, das die Werkstätten kennen und für das Ersatzteile verfügbar sind. Also sollte nicht auf den mondänen Exoten zugegriffen werden, an dem jeder Handgriff einen Spezialisten benötigt.

Die Youngtimer für Liebhaber

Was auch empfehlenswert ist, ist auch die Fahrzeuge ins Auge zu fassen, die noch eine Generation älter sind. So steckt in den Fahrzeugen der 80er Jahre wenig Elektronik und somit ist es möglich noch sehr viel in Eigenregie zu reparieren. Auch bei diesen Autos sind Liebhaber gefragt, die diese pflegen und vor allem bereit sind, in die Wartung zu investieren.

Auf Kilometerbetrug achten

Schnäppchenjäger sollten nicht euphorisch werden, wenn ein Oberklasse-Fahrzeug aus zweiter Hand günstig angeboten wird. Denn es ist auch auf die Kfz-Steuer zu achten, da ein 12-Zylinder mit viel Hubraum und einem hohen Verbrauch einen höheren CO2-Ausstoß hat, liegt er in der Steuer wesentlich höher.

Zudem sollte auch auf die Kilometerleistung geachtet werden. Hier ist das Stichwort „Kilometerbetrug“. Vom ADAC wird darauf hingewiesen, dass davon ausgegangen wird, dass bei jedem dritten oder vierten Gebrauchtfahrzeug der Tacho zurückgedreht ist. Ganz besonders bei den Oberklasse-Fahrzeugen lohnt sich dieser Betrug, da ein Fahrzeug dadurch gleich ein paar Tausend Euro teurer angeboten werden kann. Eben vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass eine lückenlose Historie des Fahrzeuges vorliegt, wie bspw. anhand des penibel geführten Serviceheftes.

Zudem wird auch zur obligatorischen Probefahrt geraten und bei dieser sollten möglichst viele Funktionen ausprobiert werden.

Fazit ist, dass Interessenten tatsächlich mit ein wenig Glück einen 10 bis 20 Jahre alten Rolls-Royce Silver Spur für durchschnittlich rund 36.000 Euro erhalten können. Aber wer sich mit dem Glanz dieses britischen Luxusfahrzeugs umgeben möchte, der muss dafür auch sehr hohe Extrakosten einplanen. Denn die Ersatzteile des englischen Klassikers sind im wahrsten Sinne des Wortes königlich teuer.

Es wird stets von den Experten davor gewarnt, sich den Traum vom eigenen Superschlitten schön zurechnen. Denn oftmals kommt dann der Schock, dass die eigentlichen Lebenshaltungskosten nicht mehr getragen werden können.

Aber um ehrlich zu sein, so mancher Experte hat sicherlich auch schon einmal von einem Luxusmobil geträumt, wie bspw. einen alten Jaguar XJ, mit einem 4,2 Liter Sechszylinder und viel Holz und Leder im Innenraum. Damit kann man dann schon einen ganz besonderen Auftritt hinlegen.

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